Im Kurztest: Murasaki Baby

Könnt ihr euch noch an eure Kindheit erinnern? An endlos lange Nächte, in denen ihr nicht schlafen konntet, weil ihr wieder einen aberwitzigen Albtraum hattet? Dann wäre ja Murasaki Baby, das brandneue PS Vita Spiel aus dem Hause Ovosonica ja was für euch! Darin müsst ihr einem kleinen Kind helfen, die übelsten aller Albträume zu überstehen und es wieder sicher nach Hause begleiten. Ein Kinderspiel wird das allerdings nicht!

Schaurig ist die Welt in Murasaki Baby. Würde Tim Burton ein Kinderbuch illustrieren. würde es vermutlich genau so aussehen. Im Hintergrund wabern im einfarbig gehaltenen Hintergrund teils schaurige Horrorszenarien um her, die Spielwelt, wie auch Murasaki Baby selbst, erscheinen nur in schwarzweiß. Einen Akzent setzt wiederum der lila Luftballon, der ein wichtiger Bestandteil des Spiels ist. Niemals sollte dieser platzen, denn sonst ist es um das Kindchen geschehen. Achtet also darauf, als wäre es das letzte, was ihr tut! Das Baby watschelt tollpatschig durch die finstere Welt, Viel zu groß ist der Kopf, zu klein sind die Füße, um das Kind sicher zu tragen. Der Spieler muss nun mittels dem Touchpad interagieren, also wortwörtlich das Baby an der Hand nehmen und es behutsam durchs Level führen. Aber nicht zu schnell, falls doch, stolpert unser Schützling und weint bittere Tränen, was sich natürlich negativ auf die ohnehin schon schlecht bestellte „Sicherheit“ auswirkt. Spielt man dann ein wenig mit dem Luftballon, kann man das Kindchen wieder ein wenig erheitern, bevor die Reise weiter geht. Man muss also schon ein wenig Geduld mitbringen… und eine gute Portion Feingefühl.

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Der Hintergrund ist übrigens nicht nur Staffage. Im Laufe des Spiels sammelt man gar unterschiedliche „Stimmungen“ ein, dabei hat auch jeder Hintergrund seine eigene Interaktionsmöglichkeit, die man mit dem rückwärtigen Touchpad auslöst. Mit den Windmühlen pusten wir spielend einfach fiese, fliegende Killersicherheitsnadeln weg, die es auf den lila Luftballon abgesehen haben, oder füllen kleinere Abgründe mit Wasser (dank der Regenwolken des blauen Hintergrunds), um dann mit einem Floß darüber hinweg schwimmen zu können. An trickreichen Rätseln herrscht in Murasaki Baby kein Mangel. Des öfteren muss man in kurzer Zeit auch den richtigen „Hintergrund“ aktivieren, um weiter zu kommen, oder diese kreativ nutzen, um das kleine Kind doch mal dazu bewegen, wenigstens einen kleinen Augenblick zu „laufen“, auch wenn gerade die Angst zu groß ist und es eigentlich lieber regungslos stehen bleiben möchte. Da kann mitunter auch eine gewisse Hektik auftreten. Und immer die zentrale Frage im Raum: Wo ist Mami?

Die Spielmechanik als solche ist aber relativ unkompliziert, denn mehr als seine Finger und die beiden Touchpads braucht man nicht. Keine Analogsticks, Schulter- oder sonstige Buttons. Man könnte jetzt darüber philosophieren und behaupten, dass man somit „enger“ mit dem Baby verbunden ist, hält man es – wie erwähnt – fortwährend an der Hand.

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Bei all der verstörenden Stimmung, freut man sich immer über jedes Glucksen des Babys… zum Beispiel wenn es wieder eine Türe entdeckt hat. Doch die Enttäuschung ist dann groß, wenn dahinter nicht wie vermutet die rettenden Arme der Mutter warten, sondern eine Fortsetzung des scheinbar endlosen Albtraums. Murasaki Baby selbst ist natürlich kein spielbares Schreckgespenst. Die Rätsel sind nicht wirklich so, dass man wutentbrannt die PS Vita ins nächste Eck pfeffern möchte, weil man nicht weiter kommt.Man muss Murasaki Baby einfach zu Ende zocken, schon allein deswegen, um ein gutes Gefühl zu haben… um das nicht unbedingt hübsche, aber auf eine gewisse Art und Weise putzige und mehr als hilflose Kind wieder heil zu Mutti zu bringen.

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