Angespielt: Sacred 3

Mal wieder wird die arme Bevölkerung von Arcania bedroht. Das Ashen-Imperium schickt sich an, das Land unter den Nagel zu reißen und nimmt dabei keine Rücksicht auf Verluste. Das darf natürlich nicht sein und so stürzen sich unsere altbekannten Held der Reihe erneut in den Kampf, um das Böse zu vernichten.

Anfang August erscheint nun der dritte Teil der Sacred Reihe (wenn man mal von dem kleinen SpinOff „Citadel“ absieht) bei uns im Handel. Dank Keen Games konnte ich das Spiel vorab schon mal antasten und ich muss sagen, ich bin schon ein wenig begeistert.

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Was als erstes ins Auge fällt (und sich natürlich auf das Gameplay auswirkt), ist due „Neuorientierung“ des Spiels. War es früher mehr eine Mischung aus Rollenspiel mit Hack’n’Slay Elementen, hat man nun mehr oder weniger komplett auf die Rollenspiel-Komponente verzichtet und konzentriert sich nun auf actionreiche, blutige und schnelle Kämpfe auf dem Spielfeld. Ähnlich wie Diablo, aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Insgesamt ist Sacred 3 aber die spaßigere Variante der beiden Spiele.

Das liegt unter anderem daran, dass man das Gelohte und das Droppen von Waffen und Ausrüstungsgegenständen einfach mal weggelassen hat. Kein nervendes Aufsammeln mehr von Items, die man dann beim Händler verkauft, kein stundenlanges Ausprobieren, welches Item mit Stirnband X 10% mehr Buff gibt, und ob die „schwarze Unterhose der unheiligen Winde“ (5% mehr Chance einen kritischen Treffer zu erzielen) auch zum „goldenen Nasenring der alten Wahrsagerin“ (2% höhere Flirtchancen, bei 33% weniger Ausdauer) passt. Stattdessen gibt es einfach nur… Gold (gut, man kann noch ein paar andere Schreiben aufsammeln, aber dazu kurz später).

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Mit Gold könnt ihr nicht nur die Werte eurer Charaktere aufrüsten, sondern auch eure Waffen. Und dabei ist es im Prinzip Latte, wie ihr eure Punkte verteilt. Wenn ihr jede Menge gespart habt, könnt ihr auch die ganze Ladung Gold in eine Fertigkeit stecken, oder eben in die Verbesserung einer Waffe, wodurch zum Beispiel aus einem Wurstmesser ein wahrhaft ernstzunehmendes Monsterschwert wird. I

hr habt euch ein wenig überschätzt? Es war vielleicht doch keine gute Idee euch nur auf eine Fertigkeit zu konzentrieren, habt aber kein Gold mehr, um einen anderen Skillpunkt zu leveln? Auch kein Problem. In Sacred 3 darf man jederzeit am Charakter rumschrauben, wie man lustig ist. Man zieht einfach wieder die zuvor zu viel verteilten Punkte ab und erhält sein Gold zurück (übrigens die selbe Menge, die man vorher reingesteckt hat. Man will ja keinen für seine Dummheiten bestrafen). Nun habt ihr wieder eure hübsch glänzenden Talerchen, die ihr erneut verteilen dürft (diesmal aber etwas schlauer).

Natürlich kann man mit dem Gold auch Items kaufen, wie etwa Heiltränke. So gesehen bleibt man alten Standards treu.

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Neu sind aber Geister, die ihr an eure Waffen heften könnt (ohnehin viel cooler, als rote Diamanten oder sowas). Diese lassen sich in den Level finden und dürfen auch hochgelevelt werden, sofern ihr die ebenfalls im Level verteilten Scherben findet. Haut also jede Kiste kurz und klein, denn darin könnte ein Geist verborgen sein. Jeder Geist hat so seine Vor und Nachteile. So gibt es zum Beispiel für eure Mitstreiter einen 10% Heilbonus, während ihr 10% weniger Heilung erhält, was vor allem dann zum Vorteil ist, wenn ihr nicht alleine, sondern im Koop zockt.

Das lustige an den Geistern ist, dass sie nicht nur ein Bildchen von sich preisgeben und man weiß, dass sie einen irgendwie begleiten… Nein! Diese transzendentalen Lebewesen kommentieren meist munter das laufende Spielgeschehen. Zum Teil hat man es mit den typischen Kriegern zu tun, die anfeuernde Sprüche von sich geben, doch gibt es auch hier und da ein paar Geister, die zum Beispiel das schöne Gras im Level bewundern (ist aber wirklich ganz knuffig), ihre Kommentare nur singend präsentieren (dieser Geist war mein Liebling, da man mit ihm auf Dauer seine Mitspieler ziemlich nerven kann), oder auch den depressiven Geist, der im Prinzip gar keinen Bock hat, wild in der Gegend herum zu eiern.

Falls ihr gerade aufmerksam mitgelesen habt, ist euch bestimmt das Buzz-Wort „Koop“ aufgefallen. Koop ist – wenn man so will – neben Hack’n’Slay die „Kernkompetenz“ von Sacred 3. Wer die Story, die sich über 15 bis 20 Stunden hinzieht, nicht alleine spielen will, darf sich einen Freund zu sich nach Hause einladen, und sie mit ihm im Koop zocken. 2er Koop ist euch zu wenig? Online kann man die Story sogar zu viert zocken! Dabei kann man jeder Zeit ein- und aussteigen (neudeutsch: drop-in drop-out).

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Leider erscheint Sacred 3 nur für die PS3 und nicht mehr für die PS4. Allerdings sorgte man bei Keen dafür, dass man dank der eigenen Engine auf der PS3 noch wirklich bezaubernde Grafiken erzeugen kann (angeblich sogar hübscher als auf der Xbox 360). Und da haben sie nicht gelogen, denn die Level sehen allesamt sehr sehr gut aus und bieten jede Menge Abwechslung für’s Auge.

Selbiges gilt auch für die Charaktere. Nicht nur das Aussehen der Helden ist super gelungen, auch die Animationen (und dabei mein ich auch speziell das Kampfgeschehen) ist wirklich top! Man darf sich übrigens auf die alten Bekannten Helden wie Seraphim, oder Safari freuen und es gibt mit Malakhim sogar einen „brand“neuen Charakter, den es allerdings nur in der ersten Lieferung des Spiels geben wird. Ansonsten bleibt es bei 4 mutigen Kämpfern.

Fazit:
So, bevor ihr jetzt rumheult: „Aber… das ist doch kein richtiges Sacred meheeEEeEr!!!11elf“ – Doch… isses und es macht sogar mehr Spaß als der Vorgänger und sogar ein wenig mehr als Diablo 3, denn so wirklich ernst nimmt man sich nicht und so versprüht Sacred 3 eine schöne Mischung aus düsterer RPG-Stimmung, gepaart mit einer wunderschönen Prise Humor (und nerven Waffengeistern).

Sacred 3 erscheint am 1. August und bis dahin dürft ihr sicherlich noch ein vollständiges Review erwarten.


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5 Kommentare

  1. Major_Dutch_89 sagt: Antworten

    Hatte ich jetzt auch ne weile aufm Radar.
    Eine Frage hätte ich jetzt aber noch zum Spiel: Welchen Wiederspielwert hat Sacred 3 wenn man seine Ausrüstung nur mit dem gesammelten Gold aufwertet ?
    Man spielt es durch und dann ? Ich schätze mal es gibt auch sowas wie ein New Game + ? Das man mit seiner momentanen Ausrüstung in ein weiteren Spieldurchlauf mit schwereren Gegnern gehen kann ?
    Ich hoffe doch das es da etwas geben muss, weil ansonsten muss ich sagen ist es mir keine 50€ Wert, da kann ich mir Action RPG 3 (Diablo 3) samt Add-On für PS3 holen und hab dann garantiert auch meinen Langzeitspaß…

  2. ja… hatte ich vergessen zu erwähnen. es gibt einen „new game+“ modus 🙂 die version die ich gespielt hab, war eine frühe review-version, mit n paar fehlern noch, aber eigtl so gut wie fertig. der wiederspielwert ergibt sich dadurch, dass du entweder alleine oder im koop einfach mal so dich in ein paar „arena kämpfe“ stürzen kannst. die sind auch so im spiel zum grinden ganz gut.

  3. Major_Dutch_89 sagt: Antworten

    mmmh ehrlich gesagt ist mir das zu wenig um dafür nen vollpreis zu zahlen, ich schätze mal der preis wird eh recht schnell fallen und wenn er dann so bei 20€ steht schlag ich zu

    1. hmm… tja… ich bin mal auf die fertige version gespannt, die ich demnächst erhalten sollte.

      …übrigens spricht man noch von „DLC“. Was genau, möchte man erst auf der gamescom verraten.

      …aber ja: knapp 20 Stunden sind für ein ActionRPG nicht wirklich viel, wobei… das „RPG“-Dings ist ja quasi nicht vorhanden, sondern wie geschrieben „Hack n Slay“ mit wenig „RPG ELementen“ (quasi)

  4. Habe gestern erst Sacred 2 aus der Bücherei mitgenommen. Bin mal gespannt, wie es sich spielt. Hatte es mal auf dem PC angetestet, konnte es aber nicht lange spielen… =(

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