In Kurztest: MLB The Show 2014

Baseball ist in unseren Breitengraden nicht direkt eine massentaugliche Sportveranstaltung. Beschwert euch in den Kommentaren, falls ich mich hier irre. Irgendwie spielt man doch hier mehr Fußball. Dennoch gibt es auch hier Freunde des Spiels und praktischerweise mit MLB The Show auch eine Simulation für die PlayStation, die seit Jahren eine sehr gute Figur macht. Um ehrlich zu sein: Viel Konkurrenz gibt’s auf dem Markt ja nicht mehr. Das war früher mal anders, doch ausser dem Baseballspiel aus dem Hause Sony, kann man heutzutage nur noch auf das Pendant seitens 2K rechnen. Allerdings seit dem Jahr auch nicht mehr, denn der Lizenzvertrag mit der MLB wurde nicht mehr verlängert und so bleibt wohl nur mehr MLB The Show 2014 über.

Zu Beginn des Spiels dürft ihr euch entscheiden, ob ihr als blutiger Anfänger, oder als erfahrener Spieler einsteigen wollt. Wählt man die Einsteigervariante, gibt es dementsprechend auch nur eine einfache Spielmechanik, was das Werfen und Schlagen des Balls betrifft. Für alle, die sich für den „Profimodus“ entscheiden, gibt es eine dementsprechend, schon beinahe komplizierte Gameplaymechanik, mit allerlei Freiheiten, sodass man hier wirklich von einer Simulation sprechen darf. denn es lassen sich zum Beispiel eine Vielzahl an Attributen einstellen, wie man gerne den Ball geworfen hätte (Curveball, ein etwas langsamer Ball, schnell und schmerzhaft…etc…) und auch das Zielen wird beinahe eine Wissenschaft für sich. Mit der Zeit erhält man auch ein gutes Gespür für seine Gegenspieler und lernt die Bälle auch so zu werfen, dass ein Schlag nicht unbedingt mit einem guten Treffer resultiert (wenn überhaupt). Wurde allerdings mal ein Ball getroffen, muss man sich auf seine KI Feldspieler verlassen. Fangen sie den Ball? Passen sie diesen auch punktgenau weiter? – In der Regel leisten sich die KI Spieler aber selten Schnitzer.

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Ein wenig knifflig wird es dann, wenn man in die Rolle des Schlagmanns schlüpft. Hier gilt es zu erraten, wie der Ball fliegt und auch dementsprechend sollte man auch seinen Schwung positionieren. Hat man getroffen, nimmt der Spieler seine Beine in die Hand und läuft zu ersten Base. Es sei denn, es ist ein weiter Schlag, dann läuft er schon mal weiter (was man übrigens auch manuell befehlen kann, wenn man was riskieren möchte).

Kernelement das Spiels ist „Road to The Show“. Hier darf man in die Rolle eines selbst geschaffenen Spielers schlüpfen. Behutsam kümmert man sich um seine Fähigkeiten, bestimmt unter anderem die „dominante Hand“, sowie auch die bevorzugte Wurftechnik. Im Prinzip ist das hier ein kleines RPG, in dem man dann seinen Grünhorn zum Superstar verfolgt. Im „Amateur Showcase“ Untermodus, ergreift man dann die Chance seine Qualitäten zu beweisen und Scouts zu beeindrucken, um sich dann selbst in eine gute Position zu bringen. Scheitert man kläglich, erhält man „in einem Spieljahr“ erneut eine Chance. Im Laufe der Karriere sammelt man dann seine Pünktchen, mit denen man die jeweiligen Attribute (Ausdauer, Schlagkraft…) hochleveln kann.

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So ein Spielchen kann unter Umständen ziemlich lange dauern, in der Regel zwischen 45 Minuten bis hin zu einer Stunde. Zwischendurch erhält man stets eine geballte Ladung Statistiken. Für alle, die nicht mit Tabellenkalkulationen dicke Freunde und auch mit den komplizierten Baseball-Regeln nicht unbedingt auf „du-und-du“ sind, kann das ein wenig verwirrend wirken. Was die Spielzeit betrifft, so kann man diese ganz bequem im „Quick Count“ Modus abkürzen. Hier wird die Spielzeit auf knappe 20 Minuten eingedampft. Auch hier kann man sich für einen festen Spieler entscheiden, oder alternativ die Rolle mehrerer Spieler übernehmen.

Wer will, darf sein Können auch online unter Beweis stellen. Man muss auch nicht unbedingt fürchten, als blutiger Anfänger auf die Nase zu fallen, denn Dank dem Gamematching findet man eigentlich immer gleichwertige Spieler, mit dem selben Niveau, auch wenn es eine Zeit dauern kann, bis man auch endlich einen Spielpartner gefunden hat.

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Grafisch ist die PS3 Version auf einem sehr hohem Level. Die Spielercharaktere sehen für die LastGen Konsole 1A aus und machen sogar eine bessere Figur, als die Spieler aus FIFA 14 für die PS3 (auch wenn es ab und an zu stotternden Bildern kommt). Die volle Pracht gibt’s natürlich dann in der PS4 Version. Ein wenig grob sieht hingegen die PS Vita Version aus. Die Präsentation des Spiels selbst ist aber unangefochten großartig. Die Kommentare nerven nicht so, wie bei FIFA und das Publikum (beziehungsweise die Stimmung, die erzeugt wird) und all die übrigen Audioeffekte, ergeben ein erstaunlich packendes Gesamtpaket.

Fazit:
Für Genrefans ist natürlich MLB The Show 2014 ein Must-Have! Einsteiger werden sich vielleicht ein wenig verirren, aber dank des digitalen Handbuchs, erhält man einen guten Einstieg in die Baseball-Welt. Wenn man sich das Spiel so anschaut, wünscht man sich, dass sich EA mal ein paar Scheiben davon abschneidet und sich nicht nur auf Lizenzen verlässt. MLB The Show 2014 ist wahrlich eine authentische Baseball-Sim, die anfangs zwar etwas zäh erscheint aber vor allem im „Road to the Show“ Modus unheimlich mitreisend ist.


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