Im Test: TowerFall Ascension

Irgendwer hat mal gesagt:“Junge, kauf dir ne Ouya, das Ding wird der Hit! Ehrlich jetzt!“ Warum? Weil es da ein Spiel gibt, dass voll der „Burner“ sein soll: TowerFall Ascension. Gut… Inzwischen wissen wir ja, dass die Ouya mehr oder weniger ein Griff ins Klo war. Freundlich ausgedrückt. TowerFall Ascension hat es glücklicherweise auch auf andere Plattormen geschafft, so auch auf die PS4.

Ich starte also das Spiel. Noch scheint alles ziemlich harmlos zu sein. Es gibt megaviele grobe Pixel. Könnte also auf’m ersten Blick genau das Richtige für mich sein. Für alle, die es nicht wissen sollten: TowerFall Ascension ist ein Bogenschieß-Action-Platformer. Gespielt wird in einem Raum, den man unten verlassen kann, um oben aus einem parallel-geschalteten „Loch“ wieder betreten kann. Wie bei Pac-Man. Das Prinzip ist bekannt und kann sogar strategisch genutzt werden, um beispielsweise seinen Gegnern auf die Mütze zu hüpfen, um diese ins Jenseits zu befördern. So weit zur Theorie, nun zur Praxis…

…ich stürze mich zunächst in den Quest-Mode und spiele mangels potentieller Mitstreiter alleine vor mich hin. Oder zumindest ist es das was ich vor habe. Ziel ist es, in dieser Arena die diversen Wellen angreifender Fieslinge zu überstehen. Man trifft so auf ziemlich aggressive Feldermäuse, Geister, Blobb-Dinger und andere Bogenschützen. Eigentlich machbar. Eigentlich…

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Zunächst hopse ich von Platform zu Platform und dashe (der praktische „Doppelsprung“) wie nix Gutes durch die Gegend, um mich ein wenig mit der Steuerung vertraut zu machen. Die ersten recht harmlosen Gegner, sollten mich bei der Schnupperphase kaum stören und schalte sie recht elegant mit Sprüngen auf den Kopf aus. Läuft also…

…bis dann die ersten „richtigen“ Gegner ins Spiel kommen. Die sind schnell, aber hey, wozu hab ich den Pfeil und Bogen. Also gezielt und abgefeuert!

Tja… das kann man drei Schüsse lang machen. Dann ist der Köcher allerdings leer. Hätte man mir auch mal früher sagen können. Und nun? Schnitzen geht nicht, also bleibt mir nichts anderes übrig, als wiedermals durchs Level zu hopsen, um die abgeschossenen Pfeile einzusammeln. Das kriegen auch die eher unfreundlichen Fledermäuse und Geister mit und schicken sich an, mich zu verfolgen. Während man den Geistern noch einigermaßen fluffig ausweichen kann, rasen diese mistigen Fledermäuse munter auf einem zu. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass wenn man getroffen wurde, natürlich ein wertvolles Lebel flöten geht, oder?

Was tun? Weglaufen. Wegspringen. Durch eines der Löcher im Boden verschwinden. Hauptsache man berührt dabei keinen Feind von der Seite. Oh, hab ich schon erwähnt, dass es Gegner gibt, bei denen man besser nicht auf dem Köpfchen landen sollte, wenn man nicht unbedingt ins Gras beißen möchte? Kann aber sein, dass das an mir lag und vielleicht nicht pixelgenau gearbeitet habe. Am besten ist es, ohnehin wenn man so weit es geht, durch’s Level dasht. Man ist mit diesem Move nicht nur schneller, Feinde können einem währenddessen auch kein Härchen krümmen!

Hat man all seine Leben verspielt, wartet kein tröstendes „Continue?!?“ am Ende. Man fängt also brav von Vorne an. Ärgerlich natürlich, wenn das einem in der letzten Runde passiert. Aber eben nur die harten kommen in den Garten.

TowerFall Ascension

Hab ich euch eigentlich mal erzählt, wie das früher war? GENAU SO! UND ES WAR GUT SO! Manchmal war das Spielvergnügen so schön, wie ein Tritt ins Schienbein, aber wir haben uns davon nicht unterkriegen lassen. Vielleicht haben wir Mutti gebeten, uns nen Kakao zu machen, mit Keksen, aber dann ging’s weiter. Seelische Schmerzen? Immer her damit!

Aber so fühlt es sich noch nicht richtig an. TowerFall Ascension sollte anders gespielt werden. Nicht alleine, sondern mit noch mindestens einem weiteren Spieler, der neben einem auf der Couch sitzt. Dazu gibt es einen wunderprächtigen Versus-Modus, mit drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Aber egal was man spielt, es gilt seinen Freund (später Feind) so schnell wie möglich zu zerfetzen. Handgemenge auf der Couch freilich nicht ausgeschlossen. Wer das Spiel perfektioniert, der springt (dashen!) den abgeschossenen Pfeilen entgegen, um sie im selben Moment dem Absender postwendend um die Ohren zu hauen. Freud und Leid — so nah beieinander und das Live und Farbe und bunt auf der eigenen Couch! Wer Angst vor blauen Flecken hat, sollte dann doch eher kooperativ mit seinen Freunden spielen. Auch das ist freilich möglich. Aber wer will das schon? Eben…

Für ein kleines Intermezzo sorgen die kurzweiligen Trials. Hier geht es darum, in einer gewissen Zeitspanne die im Level verteilten „Pappkameraden“ auszulöschen. Hier geht’s aber nicht in erster Linie um den schnöden Zeitvertreib, sondern… wenn man das möchte… verfeinert hier seine Pfeil und Bogen-Künste. Aber auch hier muss man sehen: Alleine macht TowerFall Ascension irgendwie keinen Spaß. Die Grafik ist zwar knuffig, der Sound schon ziemlich retromäßig und damit klassisch, atmosphärisch, aber es fehlt eben das gewisse Etwas…

RICHTIG! Das Wimmern seiner „Freinde“, wenn man dise mal wieder ins Jenseits gepustet hat. Ein tröstender Tätschler (Vorsicht: Handgemengegefahr!), oder… wenn man miteinander spielt… ein geschmeidiger High5, wenn man den Boss besiegt hat.

TowerFall Ascension? Mit Freunden: Prädikat wertvoll, alleine eher frustig.

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