Im Test: LuftRausers

Mein Name ist Joachim von Hassel
Ich bin Pilot der Bundeswehr
Und sende euch aus meinem Flugzeug
Den Funkspruch, den niemand hört

Verzweifelt regele ich die Schubkraft
Doch das Triebwerk reagiert nicht mehr
Gefangen in der Welt der Technik
Gefangen in einem Sarg aus Stahl


Nein, leider ist dieser Titel von Welle:Erdball nicht Bestandteil des Soundtracks von LuftRausers, obwohl er so unheimlich gut passen würde und das nicht nur, weil Welle:Erdball mit ihrer Minimal-Electro Mukke nicht schon einen Soundtrack für das Spielchen „Metal Dust“ (in den schönsten C64-Klängen), Aber genug…

LuftRausers ist ein fantastischer neuer retroesquer Action-Titel für die PS3 und PS Vita. Ins Auge stechen hier sofort die übergroßen Pixel. Ich weiß: Große Pixel gehören eigentlich der Vergangenheit an und viele von euch haben vielleicht schon genug von dieser Retro-Welle, aber wer sich dem verweigert, der verpasst auch LuftRausers und das wäre wirklich mehr als schade. Ehrlich!

Gut, das Spiel bietet vielleicht nicht die weltbeste Story (so wirklich vorhanden ist eh keine…) und auch die Levelauswahl ist nicht wirklich umfangreich (es gibt eigentlich nur ein einziges…), aber dafür ist die dargebotene Action jenseits von Gut und Böse.

luft01

Kaun startet man sein zu Beginn noch sanftmütiges Jagdflugzeug von einem FLugzeugträger in die senfbraune Luft, geht’s nach einer kleinen Eingewöhnungsphase richtig rund! Während man mit dem linken Stick am rudern ist, damit das Gerät in der Luft bleibt (unten lauert der tiefe Ozean und fliegt man zu hoch, droht man erbamungslos zu verglühen), ballert man mit einem beliebigen Knopf (Viereck, Dreieck, X, oder eben Kreis) was das Zeug hält, um sich die Feinde vom Fell zu halten.

Schnelle Richtungswechsel sind dabei überlebenswichtig und mit der Zeit entwickelt man seine ganz eigene Strategie, um den unzähligen, feindlichen Geschossen auszuweichen. Max Immelmann würde vor Neid erblassen!

Natürlich nimmt man früher oder später Schaden. Das Sichtfeld wird eingeengt (eine weiße Vignette schließt sich um den Düsenjäger) und wer sich nicht so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone begibt, wird in seine Einzelteile zerfetzt. Hat man sein einzig vorhandenes Leben verspielt, ist das Spiel vorbei. Bevor es aber so weit kommt, sollte man unbedingt das Feuer einstellen, denn dann… und nur dann… tritt die „Selbstheilung“ des Fluggeräts in Kraft. Dauerfeuer ist also hier nicht unbedingt die beste Methode, um seinen Hintern zu retten.

LUFTRAUSERS-screen3

Wie es sich gehört, gibt es jede Menge Anbauteile, die man an seinen Flieger dranschrauben kann. Diese werden allerdings erst dann freigeschaltet, wenn man die hunderten verschiedenen Missionen absolviert. So gibt es etwa die praktische Laser-Kanone, die sich allerdings negativ auf die Wendigkeit auswirkt, dafür aber viele Gegner auf einmal platt macht. Des weiteren lassen sich verschiedene Antriebe freispielen, mit denen man sogar ins Wasser fliegen kann und dabei keinen Schaden mehr nimmt, doch erleidet man mit dieser Ausrüstung mehr Schaden, wird man von feindlichen Geschossen auf’s Korn genommen. Dies kann man allerdings wieder ausgleichen, wenn man sich eine verbessrte Panzerung auf die Haut schraubt, die sich dann wiederum ungut auf die Geschwindigkeit auswirkt. Jedes AddOn hat seine vor und Nachteile. Wenn man aber meint, dass man eine perfekte Kombination gefunden hat, darf man sich allerdings noch lange nicht in Sicherheit wiegen, den je stärker man wird, desto agressiver geht’s auch im Luftraum zu. Flugzeuge schwirren wie ein nerviger Mückenschwarm um einem rum, von unten ballern die Schlachtschiffe aus vollen Rohren und wenn man lang genug überlebt hat, erscheint ein über-bildschirm-großes Luftschiff, das die Luft schneller mit Blei füllt, als man Bananarama rufen kann.

LuftRausers konzentriert sich auf das Nötigste: Action! Langeweile sucht man vergebens und das Spiel ist wahrlich eine Herausforderung für die Hand-Augen-Koordination. Im Hintergrund knattert ein fertiger Soundtrack (den man sich hier für sehr kleines Geld kaufen kann) und wer von dem Titel nicht genug kriegen kann, zockt unterwegs auf seiner PS Vita weiter. Durchschnittlich dauert ein Spieldurchgang 60 Sekunden, sollte man überhaupt so lange aushalten. Aber schon kurze Augenblicke später sitzt man schon wieder im Cockpit und wirft sich erneut in den bitterbösen, erbarmungslosen Luftkampf, der sich gewaschen hat!

Kaufen? Ja, unbedingt!
(LuftRausers erscheint am 19. März im PSN Store)

1 Kommentar

  1. Pixel… du zitierst Welle: Erdball??? Ich bin begeistert!

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