Im Test: Strider

Ihr habt das Video gesehen? Gut, denn so sollte es nicht unbedingt aussehen, wenn man versucht, Strider auf „hard“ zu zocken. Strider ist unheimlich schnell, die Feinde meist schneller. Blocken is’ nich’ und so rast man von Feind zu Feind und schneidet die Widersacher in ihre Einzelteile…

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Strider sollte eigentlich jedem ein Begriff sein, denn Capcom veröffentlichte in den letzten 25 Jahre zahlreiche Titel mit dem Hauptdarsteller Strider Hiryu auf diversen Heimkonsolen. Hängengeblieben ist dabei natürlich der Klassiker, der 1990 für den Mega Drive veröffentlicht wurde. Schon damals raste man durch die Level, kletterte mit der Klaue Wände und Decken entlang und kämpfte gegen Endgegner, bei denen man mehr als einmal in den Controller beißen wollte. Dabei konnten sich die Sprites sehen lassen. Butterweiche Animationen und Effektfeuerwerk, das seinesgleichen suchte. Es wurde also echt mal Zeit, dass der Titel eine Frischzellenkur erhielt und der jüngeren Generation (und natürlich auch den alten Hasen) in einem frischen Gewand präsentiert wird.

Ohne viel Vorgeschichte, flattert Strider zu Beginn mit seinem Gleitdrachen in ein futuristisches Russland. Im Feindesland warten auch schon die ersten kleineren Drohen, Kampfroboter und haste nicht gesehen. Also spurtet er los, leicht nach vorne gebeugt (wahrscheinlich um gegen den „Fahrtwind“ anzukämpfen“), eine Hand vor dem Gesicht, die zweite hält das Schwert hinter dem Rücken. Dramatisch zittert dabei sein roter Schal im Wind. Wer bremst verliert und so schwingt man pausenlos das Schwertchen und rast so durch die Feinde hindurch, als wären sie warme Butter. Wie heute galt es schon damals, den Schüssen durch Springen auszuweichen. Treffer ziehen Schaden mit sich und so viel sollte man nicht einstecken. Das gilt besonders im harten Schwierigkeitsgrad, bei dem man schneller mit einem „PAFF“ von der Bildschirmfläche verschwindet, als es einem lieb ist, doch auch im mittleren Schwierigkeitsgrad geht es knackig zur Sache!

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Wenn es um Bosskämpfe geht, wird einem richtig eingeheizt. Die Zwischengegner lassen sich im Prinzip noch mit geschickten Schwertschlägen und Sprüngen in die Savezone bewältigen, aber die großen Dinger erfordern schon mehr als nur Geschick. Wie in der Vergangenheit üblich, lernt man die Bewegungen der Endgegner am besten auswendig. Nicht getroffen werden ist nicht wirklich einfach, vor allem dann nicht, wenn der ganze Fußboden mal wieder bombardiert wird und man nicht weiß, wohin man seine Füßchen stellen soll, um nicht ins Nirvana gepustet zu werden. Sollte jemand hier unbeschadet aus einem Kampf herauskommen, dann Hut ab und großes Handgeklapper! Die Lebensenergie geht teilweise ziemlich schnell in den kritischen Bereich und auch wenn man nach ein paar guten Treffern den Endgegner in die nächste Phase seines Angriffs geschickt hat und zur Belohnung wieder etwas Energie auf sein Konto erhält, kann man sich dennoch nie sicher fühlen, ausser man ist ein geborener Ninja und hat die Reflexe wie ein junges Wiesel.


In Strider levelt man nicht, man muss Upgrades entweder in verlorenen Pfaden finden, oder man erhält sie progressiv, wenn man einen Zwischen-/Endgegner besiegt hat. Ersteres führt dazu, dass man eben die vorgeschrieben Pfade verlassen muss, um auch mal ganz unten im Level nach leuchtenden Dingern abzusuchen (nebenbei kann man auch so noch ein paar Boni einsacken, mit denen man zum Beispiel Strider ein anderes Outfit geben kann).

So kann unser Strider anfangs nur einen einfachen Sprung ausüben und ganz gewöhnliche Schwertschläge ausüben. Mit der Zeit erhält man die Fähigkeit dazu, Doppelsprünge auszuführen, kleine Lasermesserchen zu werfen, wie ein Pfeil über kurze Abschnitte durch die Luft zu zischen, oder sogar Spezialattacken einzusetzen.

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Strider ist übrigens kein lineares Spiel, denn man kommt des öfteren wieder in ältere Areale zurück, wohl auch schon deswegen, da manche Bereiche zuvor unpassierbar waren, da einem die benötigte Spezialkraft gefehlt hat. In der letzten Reihe hör ich jetzt vermutlich das Wörtchen „BACKTRACKING“ fallen. Mag sein, aber das gehört eben dazu! Banausen! Im übrigen kommt man durch das erneute Ablaufen bestimmet Gänge an wichtigen Savepoints vorbei, bei denen auch die Gesundheit wieder aufgefrischt wird. Das jüngere Publikum wird vermutlich hier sich in Mutterns Schoß ausheulen, wenn man nicht bei jeder Möglichkeit abspeichern kann (mal von den automatischen Savepoints vor größeren Gegnern abgesehen) und so manche Abschnitte erneut spielen müssen. Aber so war das früher eben. Erfolge mussten hart erkämpft werden. Warum sollte das heute nicht auch so sein? Wer das nicht will, kann ja Candy Crush zocken…

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Das Reboot von Strider macht unheimlich viel Laune und es wohl genau das richtige für alte Hasen. Unfassbar schnelle Action, gepaart mit einer butterweichen Grafik. Was will man mehr? Einen Challenge Modus vielleicht, in dem man abseits der „Story“ sich austoben darf? Gibt es. Leaderboards? Gibt es und natürlich auch jede Menge Trophies, die man sich hart erarbeiten muss. Für knapp 15 Euro bekommt man eine ordentliche Portion Plattformer spendiert, mit einer guten „Spielspaß pro Stunde/Geld“ Wertung (wer will, kann sich mal in einem Speedrun versuchen und Strider unter 4 Stunden zu knacken. Dafür gibt’s eine Trophäe, die man aber wahrscheinlich nur im einfachsten Schwierigkeitsgrad schafft und dann auch ohne viel Zeit dafür verwendet, um nach Upgrades zu suchen, die im normalen Spiel bitter nötig sind).

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