Im Test: Croixleur Σ (Sigma) – クロワルール・シグマ

Bei Indie-Spielen denkt man in der Regel immer an 2D Platformer, oder an der drölfzigsten Tower-Defense Klon. Bei Croixleur Σ (クロワルール・シグマ) ist das allerdings anders. GANZ anders. Bereits vor 2 Jahren, wurde der Titel für den PC veröffentlicht und schaffte erst Anfang März 2015 den Sprung auf die PS4… zumindest wenn man in Japan wohnt, denn derzeit ist noch nicht bekannt, wann der Titel im Westen für die PlayStation erscheint. Croixleur Σ ist ein knüppelharter Hack’n’Slay Titel.

2 Girls 1 Tower

Im weit entfernten Königreich Ilance, bietet die Königin zum Kampf. 2 Fraktionen haben hier die Aufgabe, um die Gunst der illustren Königin zu kämpfen und auch darum, wer nun als Held der Nation das Reich schützen darf. Man schlüpft hierzu entweder in die Rolle der Lucrezia (ルクレチア) Visconti, oder Francesca (フランチェスカ) Storaro. Beide sind Freundinnen seit Geburt, doch leider müssen sie nun ihre Freundschaft auf Eis legen, zum Wohle ihrer Fraktion…

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So viel zum Hintergrund des Spiels. All zu viel „Story“ wird man im Spiel nicht erwarten dürfen, auch wenn dies der so genannte „Story Modus“ vermuten lässt. Hier ist allerdings nur gemeint, dass man während der verschiedenen Kampf-Abschnitte den beiden Rivalinnen zuhören darf, wie sie sich gegenseitig beleidigen und aufziehen. Zum Glück, muss man sagen, gibt es diese „Dialog-Szenen“, denn auch wenn ein Kampfabschnitt nur wenige Minuten dauert, hat man danach derart Schmerzen in den Klick-Fingern, dass man froh um jede „CoolDown“-Phase ist.

Im Grunde läuft das Spiel in etwa so ab, wie der aus der Devil May Cry-Serie bekannte „Blutige Palast“: Man wird in eine Arena geschissen, die man von allen Feinden (Boden und Luft) bereinigen muss, um dann durch ein Portal zu hüpfen, um damit zur nächst-höheren Arena zu kommen. Ein Level besteht dabei durch mehrere, teils verzweigt Kampfarenen, an deren Ende jeweils ein großer „Bosskampf“ wartet. Ganz oben wartet dann der finale Boss, der von einem besiegt werden möchte.

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Um dort allerdings erstmal hinzukommen, stehen einem eine Vielzahl an Feinden im Wege und wäre dies nicht schon schwer genug, tickt unaufhaltsam die Uhr nach unten. Man kämpft also nicht nur um sein Überleben, sondern auch gegen die Uhr. Doppelter Stress also. Ist man gut genug und beendet eine Arena in etwas über der durchschnittlichen Zeit, gibt es einen kleinen Bonus aufs Zeitkonto.

Grundsätzlich gibt es wenig beim Spielen zu beachten. Im Grundmodus gibt es nur einen Knopf für den Angriff, einen für den Spezialangriff der Hauptwaffe, ein Knopf zum Hüpfen und einer zum Dashen.

Komplizierter wird es, wenn die Spezialwaffen zum Einsatz kommen sollen. Insgesamt wird man im Spielverlauf 40 Waffen freischalten dürfen, von denen man vier mit in den Kampf nehmen darf. Vor dem Spiel ordnet man seine 4 Waffen auf die 4 Aktionstasten des DualShock Controllers zu. Die zusätzlichen Waffen besitzen jeweils (neben dem normalen Schlagangriff) einen Spezialangriff, denn man mittels Druck auf die L1 Taste ( schaltet das Button-Mapping um und enthüllt das „Waffenrad“) und gleichzeitigen Druck auf die entsprechende Aktionstaste auf dem Controller, auf dem man die jeweilige Waffe zugeordnet hat.

Um ehrlich zu sein, klingt jetzt die Beschreibung komplizierter, als die Aktion selbst eigentlich ist. Man sollte sich aber merken, welche Waffe über welchen Spezialangriff verfügt und auf welche Taste man die Waffe zugeordnet hat, denn im Kampf hat man keine Zeit, um nachzudenken, wo man nun die Waffe mit dem Schock-Angriff hingepackt hat und wo die Waffe mit dem Spezial-Dash-Angriff ist. Sinnigerweise sollte man letztere Waffe auf Viereck-Taste setzen, da diese Taste ohnehin für den normalen Dash-Move vorgesehen ist.

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Die Spezialangriffe der Waffen, sind leider nicht unbegrenzt benutzbar, den irgendwann (Hinweis gibt euch ein blauer Balken), gibt die Waffe den Geist auf und verschwindet aus eurem Inventar. Man sollte also ein wenig haushalten, was leichter gesagt ist, als getan. Falls es mal wirklich brenzlig werden sollte, man man sich nicht mehr durch einen Dash aus der Gefahrenzone retten kann, hilft ein beherzter Klick auf L1+R1, um mit einer kleinen Schockwelle die Gegner kurz von sich zu werfen.

Und wenn wirklich mächtig viel auf dem Bildschirm los ist, oder auch ein Boss auf euch wartet, sollte man zum Super-Spezialangriff übergehen, der durch das Touch-Paf ausgelöst wird. Dadurch löst man dann einen verheerenden Schockangriff aus, der den Bildschirm einigermaßen säubert. 2 Mal könnt ihr diese Donnerwelle auf eure Gegner los lassen, bis das Kontingent verbraucht ist, aber keine Panik, denn im Spielverlauf lässt sich der Angriff wieder aufladen.

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Rainbow Dash

Wirklich gut kommt man in Croixleur Σ nur dann voran, wenn man all seine Angriffe stets mit einem Dash kombiniert. Das Spiel selbst, ist unheimlich schnell. Dashen, Spezialangriff, dashen bis zum nächten Gegner, Angriff…usw. Man dasht also, was der MP-Balken hergibt. Allerdings muss man nicht all zu lange warten, bis dieser wieder voll ist, denn ein Dash ist schon nach kurzer Ladezeit mindestens wieder drin. Alles zu konfus und hektisch? Und wie! Aber um ein wenig mit dem Spiel warm zu werden, gibt es einen äußerst praktischen Trainingsmodus, in dem man das Combo-System bis zum Äußersten ausreizen kann… bis die Finger qualmen.

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Bildschirmzauber

Auch wenn Croixleur Σ „nur“ ein Indie-Titel ist, haben sich die Entwickler souvenir circ. enorm viel Mühe in die optische Präsentation des Spiels gesteckt. Die PC Version sah 2013 ja schon nicht schlecht aus, aber für die PS4 hat man zusätzlich noch ein wenig mehr Elfenstaub reingepackt, womit das Spiel mit vollen 1080p auf dem Bildschirm angezeigt werden kann. Aber nicht nur das.

Ruckler, oder sowas in der Art, sind mir eigentlich nicht aufgefallen und das, obwohl in höheren Levels enorm viel knallbunte Action dargestellt wird. Interessanterweise werden auch voll 60fps unterstützt. Sowas schaffen nicht mal „AAA Entwickler“ in ihren Spielen. Croixleur Σ bereitet dem visuellen Kortex enorm viel Freude. Den Fingern weniger, aber das muss so bei Hack’n’Slay Spielen.

Darüber hinaus bietet die PS4 Version 2 Charaktere mehr als die PC Version (カテリナ und サラ アンニカ – grob übersetzt Katerina und Sarah Annika), sowie neue Monster, mehr Story (in der PC Version gab es den „Story Modus“ nicht), neue Spielmodi und mehr Extras.

Dadurch, dass man nun 4 Charaktere hat (die man allerdings erst freischalten muss), wurde der Storymodus ein wenig erweitert. So kämpft man sich unter anderem mal nicht alleine bis zur Turmspitze vor, sondern im Koop mit der KI. Übrigens darf sich auch gerne ein 2. (echter) Spieler dem Getümmel anschließen, dank dem lokalen Koop-Modus und darüber hinaus gibt es natürlich verschiedene Spielausgänge (sollte man es bis zum Ende geschafft haben).

Wer auf den Storymodus pfeifen kann (viel passiert ohnehin nicht), darf das Spiel auch in diversen anderen Spielmodi bestreiten, wie etwa im „Time Attack Modus“, der im Prinzip gleichzusetzen ist mit dem „Story Modus“… nur eben ohne Zwischensequenzen (die allerdings ohne bewegte Bilder auskommen). Auch bockschwer ist auch der Challenge-Modus, bei dem man diverse Aufgaben in einem schier unüberwindbaren Limit bewerkstelligen muss. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher keine einzige bewältigen konnte. Vermutlich ist meine Hand-Augen-Koordination mit dem Alter nicht mehr ganz so flink. Schon ein Patzer, oder ein falscher Angriff (Spezialangriffe sind nicht immer gewinnbringend) und man kann die Challenge im Prinzip vergessen. Etwas ruhiger geht’s im Survival Modus zu, da man hier wenigstens nicht gegen die nervös tickende Uhr kämpfen muss.

Ein „wichtiger „Faktor während des Spielverlaufs sind die silbernen und goldenen Münzen, die die Gegner fallen lassen (macnhmal gibt’s auch eine Kiste voll Münzen, die plötzlich auftaucht). Was man damit machen kann? Ernsthaft? Man gibt sie für total wichtige Dinge im Options Menü aus! Wie putzige Katzenohren, Brillen, Schuhe, Augenklappen, ein Jetpack… was eben so eine wirklich fetzige Kämpferin halt so braucht. Es wäre ja nur merkwürdig, würde in so einem Spiel auch nur ansatzweise die Möglichkeit fehlen, seinen Charakter individualisieren zu können.

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Fazit:

Fans knackiger Hack’n’Slay Titel sollten sich de Croixleur Σ (oder ein paar Gameplayvideos) mal genauer ansehen. Auch wenn einem nach einer gewissen Teit die Finger abfallen, hat man enorm viel Spaß mit dem Titel. Die Grafik ist wirklich enorm gut gelungen, sowie auch das (komplett japanische) VoiceOver (Texte sind ebenfalls japanisch).

Etwas nervig ist die Kamera, die selbst immer nachjustiert werden will, damit man nicht den Überblick verliert, was mitunter ziemlich wichtig ist. Sonst ist Croixleur Σ ein grundsolider India-Titel, von dem sich mal andere große Entwickler eine Scheibe abschneiden können und mit dem man lange Freude ha, oder haben sollte.

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