Im Kurztest: 影の向こうへ – One Upon Light

Bevor ich beginne: Ich bin selten in der letzten Zeit so oft gestorben, wie in One Upon Light. Ich weiß jetzt nicht, ob das an der mit dem Alter nachlassenden Reaktionsvermögen zu tun hat, oder ich einfach nur schlecht bin. One Upon Light allerdings kann stellenweise sehr „tricky“ sein.

oneuponlight-screenshot-1

Fürchte das Licht

One Upon Light (oder \frac{1}{Light} wenn man’s „mathematischer“ haben möchte), lässt uns in die Rolle eines Wissenschaftlers schlüpfen, der nach einem Unfall, an einer Lichtallergie leidet. Das Problem ist, dass zwischen seinem „Arbeitsplatz“ und dem „Ausgang“ über 20 Level warten, in denen es nur so vor Tod bringenden Lichtquellen wimmelt. Diese gilt es von nun ab zu meiden, wie der Teufel das Weihwasser und wie Eingangs erwähnt, ist das Ganze nicht so trivial wie man meinen kann.

Gespielt wird aus der TopDown-Perspektive. Um nun die Effekt zwischen Licht und Schutz bringenden Schatten klar zu definieren, wurde One Upon Light komplett in schwarz-weiß gehalten. Aber auch wenn die Level nur in „50 Shades of Grey“ erscheinen mögen, gibt es dennoch einen hohen Detailgrad, was das Leveldesign angeht.

Dreh und Angelpunkt (und Antagonist des Spiels) sind nun die Lichtquellen, die strategisch wichtige Pfade zum Levelausgang versperren. Wer auch immer bei SUTD Game Labs für das Lichtdesign verantwortlich war, muss wohl ein absoluter Physiknerd gewesen sein, so dynamisch, wie das Spiel zwischen Licht und Schatten dargestellt wird. Die Lichtquellen selbst, sind nicht etwa statisch (natürlich „zappelt“ ab und an ein Lichtlein, so dass man schnell vorbei huschen kann, oder ein Scheinwerfer, der sich in einem Halbkreis bewegt und so einen kurzen Zeitraum Augenblick ermöglicht, dicht an der Wand vorbei zu schleichen). Oft gibt es in den Level bewegliche Teile (große Zahnräder, oder vor dem Licht pendelnde, von der Decke hängende Dinge), die sich dynamisch auf die Ausbreitung des Lichts auswirken. Der Schattenverlauf folgt hierbei streng physikalischen Regeln, so dass man manchmal aufpassen muss, wo man wartet, um nicht doch noch von einem vertreten Lichtstrahl getroffen zu werden.

one-upon-light-screenshot-04-1

Wo nun kein Schatten ist, so sorgt man selbst dafür. Von Level zu Level werden neue Spielmechaniken hinzugefügt und somit wird auch das Leveldesign von Mal zu Mal komplizierter. So begnügt man zum Beispiel anfangs nur damit, irgendwelche Kisten zu verschieben, hinter deren Schatten man sich verstecken kann. Später müssen Kisten und sich bewegende Lichtquellen miteinander kombiniert werden. Lichtschalter und Bewegungsmelder, ändern die Lichtverhältnisse und man muss aufpassen, dass man sich nicht selbst eine tödliche Falle stellt. Wer geschicktes Timing und eine schnelle Hand-Augen-Koordination besitzt, hat in One Upon Light ziemlich gute Chancen, das Spiel unbeschadet zu überstehen. Ist man langsam, so wie ich, dann ist das Licht meist schneller da, als man weglaufen kann. Übrig bleibt dann nur ein Haufen Asche.

Der Hinderniskurs mag vielleicht für den einen oder anderen steril wirken. Einen „Soundtrack“ gibt es nicht wirklich, dafür aber enorm atmosphärische Toneffekte, die für eine bedrückende Grundstimmung sorgen: Die Zahnräder knattern, irgendwo quietscht, oder knistert es. Unser Protagonist ist selbst auch eher Stumm. Hinweise gibt es nur von kurzen Textpassagen und natürlich mittels einer Zeitung, die man am Levelende erhält. Das Blatt sollte man allerdings nicht all zu schnell wegklicken, denn man erfährt so, auf welchen neuen Spielmechanismus sich im nächsten Level herumschlagen darf. Eine „tiefgreifende“ Story, wird man leider nicht finden.

One-Upon-Light-screenshot-2

Fazit

Für knapp 7 Euro (kostet 950 YEN im japanischen PSN Store) erhält man eine sehr gute Portion Rätselspaß (sofern man die japanischen Texte nicht scheut). Die Story kommt irgendwie zu kurz und ist im Prinzip ohnehin vernachlässigbar. Manche Bereiche benötigen ein furchtbar gutes Timing, was zu unzähligen, zähen Trail and Error-Versuchen führt. Insgesamt gesehen, ist man aber doch relativ schnell durch.

Schreibe einen Kommentar