Dark Void – Test

Action, Review Januar 22nd, 2010


Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug..? Nein es ist… William Augustus Grey. Draufgänger, Testpilot und Hauptdarsteller von Capcoms neuesten Abenteuer „Dark Void“. Der Titel verspricht Action und jede Menge Luftakrobatik, denn Wills Fluggerät Nummero Uno ist ein waschechter Raketenrucksack. Aus berechtigten Gründen haben sich Jetpacks als „Transportmittel“ nicht ganz durchgesetzt. Diese Dinger haben jede Menge Power und man muss höllisch aufpassen, dass man nicht gegen die nächste Hauswand donnert, oder einen Passanten mit dem Düsentriebstrahl verkokelt. Die Frage die sich nun stellt: Ist Dark Void ein rasanter Ritt mit dem Jetpack, oder doch nur eine schnelle Nummer auf dem Schleudersitz?


Ende der 30er Jahre. Die „Faschisten“ sind an der Macht und die Welt geht langsam zu Grunde. Doch das soll mal nicht das Thema sein. Testpilot Will ist mit seiner alten Freundin Ava im Flugzeug unterwegs. Ihre Route führt sie über das Bermuda-Dreieck und es kam wie es kommen musste. Sie stürzen ab. Hoffnungslos verloren im unbekannten Dschungel finden sie sich wieder, irgendwo im Nirgendwo. Was Will noch nicht weiß: Sie haben „ihre Welt“ verlassen und wurden dank dem Bermuda-Dreieck in ein Paralelluniversum katapultiert. Doch brauchen sie nicht lange um feststellen zu müssen, dass sie nicht alleine sind.

Sie treffen auf ein geheimnisvolles, unbekanntes Volk. Dieses lebt allerdings nicht in Frieden leben kann. Sie werden von einer ausserirdischen Rasse (von den Ureinwohnern „Götter“ genannt) unterdrückt, die die Erde unterjochen möchte. Weiterhin gibt es eine Truppe,die sich „die Überlebenden“ nennen. Ihr Anführer ist kein geringerer als Herr Tesla, dem Will auch sein abenteuerliches Fluggerät zu verdanken hat. Gemeinsam mit die „Überlebenden“, treten Will und Ava gegen die ausserirdischen Widersacher in den Krieg und kommen einer sonderbaren Verschwörung auf die Spur…

So viel erstmal zur Hintergrundgeschichte.

Dark Void ist ein 3rd Person Shooter. Grundsätzlich muss man darüber nicht viel Worte verlieren. Dark Void setzt da aber ein paar Kniffe oben drauf. Das Deckungssystem ist ebenso simpel wie wirksam (und es gibt wirklich allerhand Möglichkeiten in Deckung zu gehen). So gesehen nichts wirklich neues. Bewegt man sich allerdings auf eine Kante zu, gibt es erstmal ein optisches Aha-Erlebnis. Die Kamera kippt in die Vertikale. Der optische Effekt kam auf dem 42“ Zoller unheimlich cool rüber.

Befindet man sich in der Vertikalen, mutiert Dark Void zum Pseudo-2D-3D-Plattformer. Dank dem Jetpack katapultiert man sich zur nächsten Plattform und geht wieder vor den heranrückenden Aliens in Deckung.

Hauptsächlich bewegt man sich aber auf den traditionellen Pfaden durch die „Leere“ der Paralellwelt. Will man den Fein nicht nur von vorne oder von der Seite unter Beschuss nehmen, darf man sich dank gedrückter Sprungtaste mit dem Jetpack durch die Gegend schweben und auch von oben den Aliens gehörig Feuer unterm Hintern machen.

Wo wir grad beim Thema Jetpack sind. Durch dieses schnittige Gadget unterscheidet sich Dark Void grundlegend von anderen Shootern. Die Flugeinlagen bringen ein wenig Schwung in die Shooterpassagen. Leider gibt es nur sehr wenig Aussenmissionen. Wer innerhalb eines Raumschiffs den Raktenrucksack zündet, wird sich in Null Komma nix an der nächsten Wand finden. Nicht gerade gesundheitsfördernd. Ist man zu schnell unterwegs und droht mit seinem Kopf an das nächste Hindernis zu knallen, hilft nur noch ein schneller Druck auf die „Schweb-Taste“.

In den Canyons der „Leere“ begibt man sich dann fliegend auf die Jagd nach fliegenden Untertassen. Entweder beschießt man sie mit den integrierten Waffen des Jetpacks, oder man lässt sich auf ein Minispiel im Stile von God of War ein. Ist man nahe genug dran, blinkt ein Kreis-Symbol über dem Objekt auf. Will landet selbständig auf dem Fluggerät und nun gilt es, während man der Bordkanone ausweicht, den Sicherungskasten aufzubiegen, um Zugriff auf den Innenraum zu erhalten. Vorher gilt es allerdings noch den Piloten auszuschalten. Hat man aber den Kampf überstanden, darf man selbst das UFO steuern… muss man aber nicht. In gleicher Weise darf man übrigens auch die Fluggeräte der „Überlebenden“ übernehmen.

Am schönsten fliegt es sich aber mit dem Jetpack, auch wenn die Steuerung etwas zickig ist. Auch etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass es keinerlei automatischen Zielhilfen gibt. Aber welcher erwachsener Spieler braucht automatische Zielhilfen? – Zugegebenermaßen fliegen diese Dinger wirklich sehr zackig durch das Level und man benötigt schon einiges an Übung um sie abzuschießen. Aber hat man‘s raus, ist es ein Kinderspiel.

In den Aussenlevels des Spiels sieht man, dass man teilweise mit schönen Texturen gespart hat. Die Landschaft erscheint etwas eintönig und wo man nicht hinsehen soll, wabert ein dicker Nebelteppich durch das Level. Fliegt man hinein, folgt Schlafes Bruder.

Waffen gibt es nicht all zu viele. Neben dem obligatorischen Maschinengewehr, gibt es noch eine Handvoll Alienwummen. Alle lassen sich aufrüsten, um deren Schusskraft deutlich zu erhöhen. Punkte dafür erhält man durch das Erledigen der Feinde.

Was einen schlechten Eindruck hinterlassen hat, waren derbe Ruckler, wenn auf dem Bildschirm sich mal mehr Raumschiffe als üblich tummelten. Sound und Bildruckler machten zwar die betroffene Szene im Aussenbereich nicht unspielbar, waren aber definitiv unschön (ein Patch sollte dieses Problem wohl lösen).

Klasse hingegen war aber neben der orchesterreifen musikalischen Untermalung, welche wirklich für eine optimale Stimmung sorgt, die Synchro der Figuren (übrigens ist das Spiel komplett englisch mit deutschen Untertiteln). Nathan Drake… öhm… Nolan North verleiht dem draufgängerischen Hauptcharakter seine Stimme. Man kann dem Mann wohl derzeit nicht entkommen, aber er leistet auch wirklich sehr gute Arbeit.

Fazit:
Dark Void ist wirklich ein putziger Shooter. Die Story ist zwar typisches Hollywood-30er Jahre-Klischeekino, dennoch ganz unterhaltsam. Leider gibt es zu wenig Flugpassagen und man beschränkt sich all zu oft auf die klassischen Shooter-Mechaniken. Hätte man hier mehr Enthusiasmus gezeigt, wäre es ein top Spiel geworden. Abzüge gibt es auch in der Grafikpräsentation. Nicht ganz zeitgemäß. Leider. Die Story ist etwas flach, dennoch sollte man Dark Void nicht die kalte Schulter zeigen, auch wenn es für eine Top-Wertung nicht ganz reicht.

Abschließende Wertung: Daumen auf 10 Uhr.

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Siehe auch:



Kommentare

  1. 1
    yassiiniii
    23.01.10 um 01:11

    jo :D

  2. 2
    Z31TG315T
    23.01.10 um 09:56

    Daumen auf 10 Uhr?! Das mal was Neues! Gefällt mir, auch wenn ich kein Fan von Bewertungssystemen bin.
    Die Review schildert gut was mich bei dem Game erwartet. Good Job!

  3. 3
    fan
    24.01.10 um 19:12

    “Abschließende Wertung: Daumen auf 10 Uhr.” …es gute Idee! Du bist wirklich top was die Schreibe betrifft und die ausgefallenen Ideen Content rüberzubringe. Daumen hoch! :idea:

  4. 4
    emtege
    26.01.10 um 11:11

    Also meine Erfahrungen mit dem Spiel stehen natürlich in keinem Verhältnis zu deinen, weil ich nur die Demo gezoggt habe.

    Die hat mich jedoch absolut abgeturned, da wundert mich die recht positive Review dann doch. Meine Eindrücke waren miese Grafik und ein extrem konventionelles Kampfsystem mit wenig Dynamik – wirkte alles irgendwie mal so schnell hingeklatscht.

  5. 5
    dasPixel
    26.01.10 um 11:52

    Sagen wir es mal so. Ich freu mich auf den Titel seit dem ersten Trailer – vor allem wegen der Jetpack Action.

    Die Story scheint an manchen Stellen zu seicht zu sein, eben wenn auch Sachverhalte zu schnell abgefrühstückt werden. Dann konzentriert man sich wieder auf die Ballerei und vergisst eigentlich warum…

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