Assassin‘s Creed 2 – Test
Action, Adventure, Review Januar 19th, 2010
„Der Stadt sieht man den Volksreichtum an, der sie erbaut hat; man erkennt, dass sie sich einer Folge von glücklichen Regierungen erfreute. Überhaupt fällt es auf, was in Toskana gleich die öffentlichen Werke, Wege, Brücken für ein schönes grandioses Ansehen haben. Es ist hier alles zugleich tüchtig und reinlich, Gebrauch und Nutzen mit Anmut sind beabsichtigt, überall lässt sich eine belebende Sorgfalt bemerken.“
Goethes Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge. Die italienischen Städte in Assassin‘s Creed 2 sehen wirklich bezaubernd aus: Die Straßen lebendig, die Gebäude aufwendig herausmodeliert. Eine spannende Geschichte oben drauf und fertig ist ein Actionabenteuer der Oberklasse. Aber fangen wir noch mal ganz von vorne an – nicht in Italien der Renaissance sondern in einer möglichen Zukunft.

Assassin‘s Creed 2 beginnt da, wo der erste Teil endete. Im Jahr 2010 treffen wir wieder auf den eigentlichen „Helden“ der Serie Desmond Miles, wie er dank Lucy Stillman, einer Angestellten von Abstergo Industries aus seinem „Gefängnis“ fliehen kann. Er gelangt in den Unterschlupf einer ominösen Untergrundbewegung. Nur Desmond kann der Truppe helfen, um die weltumgreifende Verschwörung aufzuhalten. Während man im ersten Teil mit Hilfe des „Animus“ in den Körper des Assassinen Altair schlüpfte, der im Jahr 1191 sein Unwesen trieb, übernimmt man nun die Rolle des Ehrenmannes Ezio Auditore da Firenze im späten 15 Jahrhundert.
Wir erleben hier aber nicht einen ausgebildeten Assassinen. Im Gegenteil. Ezio ist ein leicht verzogener Bursche aus gutem Hause. Wenn er nicht gerade Frauen hinterher steigt, lässt er sich ganz gerne mal in eine Prügelei verwickeln. Am Anfang des Spiels lernt man schnell die Grundfunktionen in Sachen Angriff und Klettertouren über die Dächer Florenz. Grundsätzlich hat sich hier im ersten Teil nicht viel verändert. Im Kampf kamen ein paar Funktionen wie zum Beispiel das Entwaffnen eines Gegners oder das Morden aus dem Hinterhalt (aus dem Heuhaufen heraus) hinzu. Man findet sich schnell zu Recht und auch Neueinsteiger können sofort loslegen. Nirgendwo lässt es sich leichter über Häuserdächer hüpfen und klettern als in Assassin‘s Creed!
Und so treibt sich Ezio etwas in der Stadt herum, erledigt hier und da einige Aufgaben und verprügelt hier und da einige Schergen der Pezis, den Hauptfeinden der Familie Auditore. Doch eines schönen Tages zogen dunkle Wolken über Florenz auf. Die Pezis ließen Ezios Vater und Brüder gefangen nehmen und ließen sie hinrichten. Ezio schwor Rache und da kam es ihm gelegen, dass ihm sein Vater eine Truhe hinterließ. Darin? Eine vollständige Assassinenausrüstung! Er will nicht eher ruhen, bis der letzte Pezi sein Leben ausgehaucht hat. Allerdings kommt er bei der Hatz nach seinen Erzfeinden einer noch viel tiefgreifender Verschwörung auf die Spur.
Im Gegensatz zum ersten Teil von Assassin‘s Creed, sehen wir im zweiten Teil Desmond, die Person im Hintergrund, eher selten. Der Spieler wird mit seinen Fragen weitgehend allein gelassen. Der Plot in Assassin‘s Creed 2 konzentriert sich voll und ganz auf Ezio. Von Anfang bis zum Ende der Geschichte vergehen auch etliche Jahre und lässt vieles offen. Und so hofft man, dass der dritte Teil einiges an Klärung mit sich bringt.
Ezios treuer Freund ist im übrigen kein geringerer als Leonardo da Vinci. Er entschlüsselt für Ezio die in den Städten verteilten Schriftrollen und kann so Ezios Waffen stetig verbessern. Während man im ersten Teil nur mit einer verstecken Klinge „arbeiten“ musste (bei der zudem der Ringfinger weichen musste), kann Ezio gleich zwei versteckte Klingen tragen. Des weiteren hat Leonardo noch weitere Erfindungen in petto, welche ich an dieser Stelle nicht verraten möchte. Insgesamt darf Ezio weitaus mehr Waffen und Rüstungsgegenstände mit sich führen, als der gute Altair. So darf man mit fortschreitenden Spiel auf eine respektable Sammlung blicken.
Auch Spielerisch hat sich nicht viel geändert. Noch immer gilt es diverse Auftragsmorde, Botengänge oder Rennen zu absolvieren. Allerdings hat man nun das Gefühl, dass alles irgendwie hübscher zusammenpasst. Noch immer klettert man auf die höchsten Türme der Stadt, um etwaige Missionsziele, die sich im grauen Schleier verstecken, zu enthüllen.
War man im ersten Teil noch auf Mönche angewiesen um vor den Wachen einigermaßen unentdeckt zu bleiben, gibt es in Assassin‘s Creed 2 weit aus mehr Möglichkeiten. Zur Hilfe stehen einem entweder im Pulk laufende Zivilisten zur Verfügung, oder eine Gruppe von „leichten Mädchen“. Für mehr Unterstützung im Kampf, darf man nun auch einen Schlägertruppe anheuern.
Im ersten Teil war man vielleicht noch genervt, dass man in den Städten die zahlreichen Flaggen einsammeln durfte. Wozu? Spielerisch hatte man keinen Mehrwert (geschweige denn eine Trophy als Belohnung). Der zweite Teil macht es besser. Zwar darf man wieder Gegenstände einsammeln (Federn!), dafür erhält man am Ende einen Umhang als Belohnung (und 2 Trophies). Was aber motivierender ist, ist die Jagd nach verstecken Glyphen, die sich auf den Gebäuden der Stadt verstecken und nur mit dem „Adlerauge“ erkennbar sind. Sammelt man alle und kann die damit verbundenen Minispiele in Form von Rätseln und Puzzles lösen, erfährt man an Hand von Videos mehr von der unbekannten Person „Subjekt 16“.
Weitaus anspruchsvoller sind die Kletterpassagen in den diversen Assassinengräbern. Da wollen Schalter gedrückt werden und zur rechten Zeit haarige Passagen erklommen und übersprungen werden, am Ende wird man aber für die Arbeit stets belohnt!
Neu im zweiten Teil ist der kleine „Manager Modus“. Da Ezio aus Florenz flüchte musste, findet er nun Unterschlupf in der Villa Monteriggioni – Ein stattliches Haus samt kleinen Dorf. Allerdings wirkt das verschlafene Nest relativ runtergekommen. Ezios Aufgabe ist es nun, dann kleinem Managerspielchen den Wert des Dorfes wieder zu steigern. Dazu kann er diverse Kunstgegenstände in den verschiedenen Städten wie Florenz oder Venedig kaufen, oder Rüstungsgegenstände sammeln. Mit Hilfe des Architekten, kann Ezio die Geschäfte in der Stadt (Schneider, Ärzte, Bordelle etc.) aufrüsten. Dies kostet zwar Geld, dafür erhält man beim Einkauf eine Vergünstigung beim jeweiligen Händler und die Abgaben der Geschäfte fließen direkt in die Kassen der Villa und somit auch in die Taschen von Ezio.
Nach wie vor umwerfend ist aber die Präsentation des Spiels, denn Assassin‘s Creed 2 lädt wie auch schon der Vorgänger zu ausgedienten Erkundungstouren durch die Städte ein. Die Gebäude sehen einfach wunderschön aus. Die vielen Details, die man beim Klettern erkennen kann, lassen erahnen, wie viel Arbeit in dem Spiel steckt. Ganz im Gegenteil zu anderen Spielen, in denen man nur angewidert auf die Fassaden blickt und eigentlich ganz schnell wieder wegsehen möchte. Der Weitblick von den Türmen der Stadt ist atemberaubend!?
Aber auch die (Gesichts-)Animationen der Spielfiguren sehen überzeugend aus. Die Mimik ist klar erkennbar und die Texturen (zB. der Kleidung) sind im Vergleich zu anderen Spielen auch nicht nur purer Pixelbrei. Assassin‘s Creed war schön (auch wenn es spielerisch kleine Makel hatte) aber im Hinblick auf den zweiten Teil, kann Altair nur neidisch werden.
Fazit:
Assassin‘s Creed 2 ist ein packendes Spiel, dass vieles richtig macht und den ersten Teil in den Schatten stellt. Zwar gibt es hier und da einige Patzer (Tearing), dennoch vergisst man diese schnell, denn der Anblick der italienischen Städte ist einfach zum dahinschmelzen. Die deutsche Synchro ist hervorragend (wer will darf dennoch den englischen O-Ton aktivieren). Die Spielzeit wird diesmal nicht mit langweiligen Nebenmissionen künstlich gestreckt. Nebenbei muss erwähnt werden, dass der Held endlich schwimmen gelernt hat! Assassin‘s Creed 2 hat einen dicken Daumen nach oben verdient und es sollte in jeder gut sortieren Spielesammlung eigentlich nicht fehlen…









19.01.10 um 17:41
ich weiß ihr habt viel um die ohren, aber ist es nicht ein bisschen spät und unnötig für ein ac2 review? wär doch cooler wenn der fokus auf was aktuellerem wäre (zB ein preview von dante’s inferno oder vancouver oder was weiß ich)…
trotzdem, nett geschrieben…
19.01.10 um 17:52
hab das voll verschwitzt
als nächstes folgt Dark Void – und ich finds jetzt nicht so schlecht wie alle anderen…
…danach dante’s inferno. aber auf dieses Sportdings hab ich keinen Bock oO
19.01.10 um 17:56
ich würd lieber was über das sportdings lesen als über Dark Void… die demo ist doch echt mieß!
19.01.10 um 18:08
“ich würd lieber was über das sportdings lesen als über Dark Void… die demo ist doch echt mieß!”…
Aha und die 2000. Olympia-Verwurstung ist besser oder wie?
Lass dich nicht ärgern Pixel, das Review ist fein
Hätte mir aber gewünscht dass du die eklatanten Framerate- und Tearingprobleme mehr betont hättest. Die haben mir das Spiel total versaut. Ich bin aber auch ziemlich empfindlich für sowas…
19.01.10 um 18:11
is es nicht Altairs Ringfinger der dafür flöten ging????
gute review
19.01.10 um 18:11
Vancouver ist doch der grösste mist, da ist winter games auf dem c64 noch besser
19.01.10 um 18:49
Also wer AC2 nicht kauft verpasst definitiv was. Um LÄNGEN besser als der Vorgänger, der ja auch schon nicht wirklich schlecht war.
Für mich DER Überraschungshit 2009!
PS: Wegen dem Tearing: Wenn man die PS3 auf 720p stellt ist es besser.
19.01.10 um 18:55
“PS: Wegen dem Tearing: Wenn man die PS3 auf 720p stellt ist es besser.”
Verstehe ich nicht, das Spiel läuft eh maximal mit 720p.
19.01.10 um 19:27
bin ich wirklich der einzige den es stört wenn ein spiel so einfach ist, dass man fast nicht sterben kann? Es keinen wählbaren schwierigkeitsgrad gibt und dadurch von waffenkäufen über stealtheinlagen bis hin zum endboss alles sehr aufgesetzt wirkt?
Wieso soll ich mich im getümmel verstecken oder nutten anheuern um an den wachen vorbeizukommen wenn ich zu jedem zeitpunkt im spiel allen gegnern weit überlegen bin?.. finde auch dass vieles besser ist als im ersten teil (ausser das setting-kreuzzüge sind einfacher cooler als renaissance) ..aber in punkto schwierigkeitsgrad (meiner meinung nach der grösste bug überhaupt) hat sich leider nichts geändert.. ist höchstens NOCH einfacher geworden!
19.01.10 um 20:07
Absolut geniales Spiel
19.01.10 um 20:40
meine erste platin!!!
19.01.10 um 21:48
ac2 ist ein mus eifach geiles game
wer es nich hat verpast ei hit
19.01.10 um 23:47
@mr_peng
Ja, das ist mir auch aufgefallen. Dieses ganze Stealth-Getue ist absolut unnötig, habe ich nie genutzt.
20.01.10 um 06:59
gutes Review!! Kann das spiel auch nur weiter empfehlen. Und außerdem ein Spiel in dem man schnell alle Trophies abgreifen kann ;o)
20.01.10 um 13:33
Auch auf die Gefahr hin das ich einige meiner Vorredner wiederhole:
Schön geschriebene und treffende Review! (auch wenn man anhand der Rechtschreibfehler erkennt dass vor dem Veröffentlichen nicht mal ein zweites Mal ‘drüber gelesen wurde!)
Allerdings ist sie zum jetzigen Zeitpunkt schon längst überflüssig und vergebene Liebesmüh, da die meisten das Spiel schon durchgespielt haben und endlos viele Reviews existieren. Ich hab’ sie nur gelesen weil ich ein Fan vom PS3Blog bin
@mr_peng: stimmt schon, aber dass man diese Features nutzen kann und nicht muss machen das Spiel reicher, und wenn man mal Lust auf ne Runde Stealth hat, kann man dies tun. Find ich viel angenehmer als wenn man an einer Stelle nur mit einer bestimmten Vorgehensweise vorwärts komme: Ich bestimme wie ich spiele, nicht das Spiel!
20.01.10 um 16:27
@ ich
naja wenn du einen “god-mode” der sich nicht ausschalten lässt als bereicherung empfindest.. mich bringt sowas um den für mich extrem wichtigen faktor “herausforderung”. (finde zwar entscheidungsfreiheit in games auch cool, allerdings sollten die entscheidungen auch irgendwelche auswirkungen haben)
kleines beispiel.. dem taschendieb nachzurennen war mir nach dem zweiten mal zu blöd..
wäre aber das geld knapper und die dinge, die man sich dafür kaufen kann, wären wirklich notwendig.. ja käme dann ein taschendieb und würde meinen geldbeutel mit der GANZEN kohle stehlen, wäre die motivation ihn zu schnappen auch vorhanden!
Genauso wie es doch ein cooles gefühl ist wenn man nach einem attentat vor einer horde wachen flieht und dabei um sein leben rennt.. adrenalin während der flucht und ein gefühl der zufriedenheit wenn man sich in sicherheit gebracht hat wären die folge.. so hängt die entscheidung über flucht oder kampf nur davon ab ob man noch bock hat zum fünfzigsten mal den gleichen gegner zu bekämpfen! …immerhin kann man sich so locker während einem fights eine zigarette drehen.
27.01.10 um 11:06
Da ich vor Assasiens Creed2, Uncharted 2 durch gespielt habe fand ich am Anfang die Grafik enttäuschend. Es war schon ein krasser unterschied beider Games.
Ich finde das Spiel als normaler Spieler, hat es ein langer unterhaltungswert und ist nicht so schnell durch spielbar wie UC2.